„Hybride Lebensweise“: Ist Ihnen die Wortverbindung schon einmal untergekommen? Mir war sie neu.
Ihre Kenntnis danke ich einem mir bekannten CEO eines mittelständischen Unternehmens, der nach eigenem Bekunden eine hybride Lebensweise kultiviert hat. Branche und Name des Protagonisten und seiner Firma unerheblich. Erheblich allerdings der konkrete Kontext der Wortverbindung: „Nachhaltigkeit“.
Als CEO und Berufsmensch hat er in seinem Unternehmen das Zeitalter nachhaltigen Wirtschaftens nach strengen ESG-Richtlinien ausgerufen und zeitigt damit begeisterte Zustimmung bei der Belegschaft, wie er schmunzelnd und augenzwinkernd betont.
Als Familienvater und Privatmensch allerdings düst er mindestens zehnmal pro Jahr mit Familie, Freunden und Gästen zu Kurztrips in ein europäisches Land am Mittelmeer. Dort besitzt er ein beeindruckendes Anwesen mit luxuriösem „Bauernhaus“ und Mega-Swimmingpool, beheizt und zur ganzjährigen Nutzung, mit ständiger Frischwasserzufuhr. Und das mitten in einer extrem trockenen Umgebung, die für ihren Regenmangel europaweit berüchtigt ist.
Für den Begriff „hybrid“ hatten die Psychiater zu Zeiten meines Studiums ein anderes Wort: „schizophren“.
