Wollen Sie fürs Klima fasten?

 

Man muss kein Christ sein, wenn man sich zum Fasten durchringt.
Fasten hat schon immer und
weltweit die Kulturen geprägt.

Gefastet wird christlich, muslimisch, jüdisch, buddhistisch, hinduistisch und in vielen traditionellen/indigenen Kulturen – also in fast allen Kulturen weltweit.  Die Motive waren und sind dabei ebenso verschieden wie die Praxis.

In dieser Welt gibt es fürs Fasten einen großen Grund mehr:
 Für das Klima unserer Kinder, Enkel und Nachkommen!

 

Vorab ein leichter Einstieg:

Haben Sie Angst vorm Fasten? Weil Sie Ihre Vorsätze aufgeben könnten? Dann bedenken Sie, wie es die Christen sagen: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“

Wie geht Fasten, wenn das Fleisch schwach ist? Lesen Sie, was der Kirche dazu in ihrer langen Geschichte einfiel:

Sie war schon in alten Zeiten erfinderisch, allzu strenge Fastenvorschriften zu umgehen. Als Papst Gregor im Jahr 590 bestimmte, dass in der Fastenzeit Fleisch nicht mehr auf den Tisch kommen durfte, unterschied man zwischen Fleisch und all dem, was im Wasser lebt. Also gab es Biber – oder auch ein Schwein, dass man vorher im Wasser baden ließ. Man aß dann ja genüsslich „Fisch“!

Und was wären die Mönche ohne ihr Bier? Das diente bei der schweren körperlichen Arbeit der Mönche früher vor allem zur Stärkung. Es schien unmöglich, 40 Tage lang darauf zu verzichten. So entstand ein gehaltvolles, unfiltriertes Bier mit hohem Nährstoffgehalt, das als „flüssiges Brot“ galt. Aus einer pragmatischen Überlebenshilfe in den Klöstern entwickelte sich eine hohe Braukunst.

Seien auch Sie freundlich zu sich selbst, wenn Sie fasten wollen. Nehmen Sie sich nur vor auf das zu verzichten, was Ihnen gelingt. Falls es Ihnen schwerfällt den inneren Schweinehund zu verjagen, helfen Ihnen vielleicht diese Tricks.

 
Und jetzt zum Kern der Dinge:

Im „Klimafasten“ vom 18. Februar bis zum 4. April 2026 lädt eine kirchliche Initiative ein, eine Zeit lang den Klimaschutz ins Zentrum unserer Alltage zu stellen. Man lädt uns ein, neu darüber nachzudenken, was wir wirklich brauchen – und was nicht. Christinnen und Christen entdecken den alten Begriff „Umkehr“ neu – als eine Möglichkeit, wieder „in die Spur“ zu kommen oder dem Leben wieder eine gute Richtung zu geben. Der Ramadan stellt Muslime jedes Jahr auf eine harte Probe. Und er gilt als Monat der guten Taten.

Wie viel ist genug? Diese Frage kann uns durch alle sieben Fastenwochen begleiten. Wir richten unsere Aufmerksamkeit darauf, wovon wir genug haben, was im Überfluss vorhanden ist, was wir geschenkt bekommen, wie wir unsere Gemeinschaften bereichern können. Womit fülle ich meine freie Zeit? Wie gelingt mir ein gerechtes Leben gegenüber den anderen? Wie werde ich meiner Verantwortung unseren Nachkommen gegenüber gerecht?

Diese Fragen sollten zentral in unserem Leben stehen. Denn es ist höchste Zeit für einen radikalen Paradigmenwechsel. Aus gieriger Blindheit haben wir Menschen die Natur geplündert, sie verschmutzt und im Überfluss gehaust. Wir müssen dringend lernen, achtsam mit der Schöpfung umzugehen. Dieses Lernen stellt uns auf eine harte Probe – jeden von uns!

Aber seien Sie freundlich zu sich selbst! Z.B. auch so, indem Sie sich für die durchgehaltenen Vorsätze belohnen!

Und jetzt die Tipps:

  • Wenn Sie von allem und jedem 10 % weniger verbrauchen, verursachen Sie 10 % weniger CO2.
  • Spielen Sie mal wieder Skat, Mühle oder Catan anstatt zu streamen! Das Streamen eines 90-minütigen Spielfilms verursacht je nach genutzter Technik zwischen 24 und 135 Gramm CO2.
  • Wenn Sie auf 1 kg Rindfleisch verzichten, verursachen Sie ca. 13 kg weniger CO2-Äquivalente.
  • Lassen Sie öfter Ihr Auto stehen! Wenn Sie mit Ihrem PKW „klimafasten“ und 100 km weniger fahren, ersparen Sie unserer Atmosphäre ca. 15 kg CO2.
  • Führen Sie ein Fasten-Tagebuch, altmodisch aus Papier oder auf dem Smartphone.

Zum Schluss ein Gedanke von Martin Heidegger (1889 – 1976):

„Verzicht nimmt nicht. Verzicht gibt.“

Und die schon oft gefastet haben, wissen: Fasten kann Genuss sein! Probieren Sie es!

Viel Erfolg!

 

 

 

Quellen:

Fasten und Religion

Google-Playstore: Fasten-App

 

 

Verfolgen Sie auch künftig unsere Tipps.
Hier wird Klimaschutz praktisch – natürlich auch in der Mäßigung!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert