Nicht nur die Steak-Fans warten im Frühjahr auf den ersten warmen Abend zum Grillen. So wie dieser hier. Wenn es dann brutzelt und duftet, wer denkt dann schon an die klima- und umweltschädliche Produktion von Aluminium?
Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes umgeben von Aluminium. Nur machen wir uns das selten bewusst. Dabei wäre es sooo wichtig!
Die großen Vorteile von Aluminium sind bekannt. Das Metall „macht uns das Leben leicht“. Aber unserem Planeten machen wir es damit verdammt schwer!
Im Alltag kommen wir kaum auf die Idee, dass Aluminium zu den großen Zerstörern unseres Klimas und unserer Umwelt gehört. Denn, so denkt man sich, es sind ja nur Gramm-Mengen, die man selbst direkt verbraucht.
Deshalb schauen wir jetzt genau hin:
- Als Wegwerf-Gesellschaft verwenden wir Aluminium in Getränkedosen, in Tuben, in Spraydosen, Kaffeekapseln, Menü- und Grillschalen, in Alu-Haushaltsfolie, Flaschen-Drehverschlüssen und Yoghurtdeckeln, aber auch mit den Medikamenten, die wir aus der Blister-Verpackung durchdrücken. In all diesen Lebensbereichen sehen wir Aluminium direkt. Das ist schon mal gut, denn die Wahrnehmung hilft uns vielleicht zu verzichten.
- Dann unser Lebensumfeld: Hier finden wir Aluminium in Bestecken, Geschirr, Töpfen, Pfannen, in Fernsehern, mobilen Geräten wie Smartphones, in Lampen, Leitern, im Wohnwagen, in unseren Gartenstühlen, in Bilderrahmen, Schrankgriffen und vielen Möbeln, im Fahrradrahmen und -teilen, in Fenstern, Fassaden, Türen, den tollen Alufelgen und, und, und! Die Baumärkte quillen über vor Aluminium!
- Und jetzt die Großverbraucher: In jedem Auto werden heute durchschnittlich 150 kg Aluminium verbaut. Als Leichtmetall wird Aluminium natürlich auch in Flugzeugen und in Zügen eingebaut. Das Leichtmetall reduziert das Gesamtgewicht der Verkehrsmittel, senkt so den Treibstoffverbrauch und damit den CO₂-Ausstoß.
Automobilindustrie, Baustoff-Industrie, Elektronik-Industrie: Kaum eine Branche kommt ohne das Leichtmetall mehr aus. Dabei verursachen Abbau und Produktion jedoch enorme Umweltschäden.
Schrecklich nützlich, dieses Metall!
Aber schrecklich übel in der Herstellung!
Warum?
- Zuerst der Abbau der Aluminiumerze („Bauxit“): Im sehr flächenintensiven Tagebau zerstört er die Natur. Ein Großteil der weltweiten Bauxitvorkommen lagert unter Ur- und Regenwäldern. Sie fallen unserem Heißhunger nach dem aluminiumhaltigen Gestein zum Opfer.
- Dann das Herauslösen des Aluminiumoxids aus dem Gestein: Es erfordert ätzende Natronlauge. Zurück bleibt Rotschlamm – eine mit Schwermetallen versetzte Lauge, die in Deponien gelagert oder schlimmstenfalls in benachbarte Flüsse eingeleitet wird. Gerade in Ländern der Dritten Welt fehlen Umweltstandards, die die Bevölkerung und die Natur vor den Folgen schützen.
- Der Gipfel ist die Produktion des Metalls: Die Umwandlung von Aluminiumoxid in Aluminium frisst Unmengen an Strom und Wasser, insbesondere wenn fossile Energieträger eingesetzt werden. Mit bis zu 15.700 kWh elektrischer Energie und bis zu 15 Tonnen CO2 pro Tonne Aluminium ist die Primärproduktion von Aluminium eine der energieintensivsten Metallproduktionen. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts in 5 Jahren!
Aber Aluminium wird doch recycelt, liest man! Können wir uns deshalb bedenkenlos zurücklehnen?
Aluminiumrecycling gilt als saubere Alternative. Doch auch die Wiederverwertung ist problematisch, z.B. wegen der vielen Verbundstoffe.
Deshalb hier unsere Tipps:
- Da Sie nicht auf das Auto, Ihre Möbel, Geräte und die vielen Haushaltsgegenstände mit dem Leichtmetall verzichten können, dann nutzen Sie sie so lange wie möglich. Jeder Neukauf erfordert Neuproduktion!
- Für Aluminium gilt ganz besonders: Lassen Sie Müll gar nicht erst entstehen.
- Bevorzugen Sie Mehrwegsysteme.
- Verbannen Sie die Alufolie aus der Küche. Vorratsbehälter aus Glas oder ein Teller als Deckel ersetzen das Einwegprodukt.
- Entsorgen Sie Verpackungen immer über die gelbe Tonne, den gelben Sack oder auf dem Wertstoffhof.
- Ausgediente Gebrauchsgegenstände wie alte Pfannen mit Aluminiumboden gehören nicht in den Restmüll, sondern auf den Wertstoffhof.
- Auch wenn es Mühe macht: Trennen Sie die verschiedenen Komponenten einer Verpackung, z.B. den Aludeckel vom Joghurtbecher und auch die Pappbanderole. Entsorgen Sie sie getrennt.
- Ganz ohne Verpackung geht es im Unverpacktladen. Probieren Sie es doch mal aus!
Und jetzt zurück zum Grillen: Genießen Sie die lauen Sommerabende!
Aber versuchen Sie nachhaltig zu grillen!
Wie das geht, erfahren Sie hier und auch hier.
Quellen:
Aluminium, ein problematischer Rohstoff – Verbraucherservice Bayern
Aluminium: Abbau, Umwelt – Recyclist Magazin
Aluminium in der Anwendung – allesueberalu.de
Tipps zum nachhaltigen Grillen – nachhaltig-sein.info
Gesund grillen-14 Tipps um Schadstoffe zu vermeiden – Ökotest
Grillen, Grillschale, Alu – Bayern1
Verfolgen Sie auch künftig unsere Tipps.
Hier wird Klimaschutz praktisch – auch an lauen Sommerabenden!